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Restauration/Neuaufbau, PUCH Feuerwehrrad 1936

Über die Echtheit bzw. Originalität von Feuerwehrrädern gibt es bei Sammlern so manche Zweifel, da es sehr wenige Unterlagen davon gibt. Ebenso wenige Feuerwehrräder tauchen heutzutage auch auf, und da diese alle restauriert sind, ist es fraglich wie weit original alles ist.

Dass Fahrräder bei der Feuerwehr im Einsatz waren ist klar unumstritten (wie auch dieser Kurzfilm hier von 1936 beweist), wieweit diese aber mit Feuerwehrwerkzeugen ausgestattet waren, ist schwer nachzuvollziehen. Ich habe mir mein Feuerwehrrad also so aufgebaut, wie ich es, wenn ich 1936 bei der Feuerwehr gewesen wäre, für sinnvoll empfunden hätte.

Als Basis dient mir ein PUCH Konfektionsrad von 1936, welches dick mit schwarzer und grüner Farbe überstrichen und ziemlich unkomplett war

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Urzustand des PUCH Radls

Es wird alles bis auf jede kleinste Schraube und Kugel der Kugellager zerlegt und abgeschliffen bzw. gereinigt. Beim Schleifen finden sich unter der schwarzen Farbe noch je eine blaue und eine rote Lackschicht, bis ich zum original schwarzen Emaillelack komme. Nach dem alles blank geschliffen ist, und ein paar Löcher im Rahmen zugeschweißt sind, kommen die färbigen Teile zum Pulverbeschichten, und die Chromteile zu Galvanisierer.

 

Rad zerlegt und geschliffen
... und wieder im Aufbau

Ein breiterer Gepäckträger kommt drauf, damit die Kiste für den Feuerwehrelm und die Gasmaske Platz findet, weiters muß ich eine andere Tretscheibe verbauen, da bei der originalen Tretscheibe die Tretlagerwelle verbogen ist und ich bisher noch keinen Ersatz auftreiben konnte.

Ein befreundeter Tischler drexelt mir Hartholzgriffe, da diese für den stabilen Lenker mit 25 mm Durchmesser sehr schwer aufzutreiben sind. Brooks Ledersattel B67, Feuerwehr C-Schlauch, Fahrradkette, Rahmentasche, Wulstreifen und Schläuche, sowie der Zweibeinständer werden neu gekauft, da ich auf dem restaurierten Rad keine patinierten Teile drauf haben will.

Teile wie Lichtanlage (Styria Lampe und Dynamo), NOS Strebenrücklicht, Stempelbremse, Pedale, Luftpumpe, "DingDong Glocke", Feuerwehrspritze, Gasmaske, Feuerwehrhelm, Axt, Spaten, usw. habe ich die letzten Jahre zusammengesammelt und sind alle zeitlich zum Rad passend aus den 1930er Jahren, aber noch in makellosem Zustand.

Alle Lager werden gereinigt, gefettet und neu eingestellt, die Laufräder werden mit NIRO Speichen neu eingespeicht, und das Rad wird dann Schritt für Schritt wieder zusammengebaut.

 

Letztendlich geändert habe ich noch: die Holzkisten für Axt und Spaten gegen Ledertaschen getauscht, da mir die Halterungen aus Holz zu plump wirken auf dem Rad. Und die Spritze wurde mit Lederbändern unters Oberrohr gehängt.

Bisheriger Zeitaufwand: einige 100 Stunden

Kosten: einige 100 Euro

Mehr Bilder vom fertigen Feuerwehrrad finden Sie hier