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Laufmaschine des Karl Freiherr von Drais

Bild: waffenradl.at - Team
Draisine

Nachbau einer Draisine

Foto: Waffenradl.at - Team
französisches Laufrad

 

 

 

Das Michaux-Vélocipéd

Bild: waffenradl.at - Team
Michauline

Das Hochrad, damals Ordianary genannt

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Hochrad (Ordianary)

Kangaroo - das Sicherheits Hochrad, mit Kettenübersetzung

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Kangaroo

Hier ein Rover-Typ, den man wegen seiner Rahmenform Kreuzrover nennt

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Kreuz-Rover

Das Safety Niederrad

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Safety

Der Vulkan

1815 bricht in Indonesien der Vulkan „Tambora“ aus – diese verheerende Eruption, welche  die schlimmste seit 2 000 Jahren ist, schleudert 150 000 Kubikmeter Staub und Asche in die Luft, welche sich in der Atmosphäre verteilt, und den Himmel verdunkelt. Die Durchschnittstemperatur sank drastisch, und in Nordamerika und Europa fiel auch im Sommer Schnee – 1816 nannte man „Das Jahr ohne Sommer“. Durch diese Klima Veränderung kommt es zu Ernteausfällen, folglich zu einer Haferknappheit, und einem dadurch ausgelöstem Pferde- bzw. Nutztiersterben.

 

 

Die Draisine

1817 erfindet der deutsche Forstmeister und Professor der Mechanik, Karl Friedrich Christian Ludwig von Drais, Freiherr von Sauerbronn (*1785,  + 1851) eine Laufmaschine aus Holz, bei der man auf einem „Sattel“ zwischen 2 Rädern sitzt, sich mit den Beinen abstößt und somit, auch ohne auf das Pferd angewiesen zu sein, schneller voran kommt als zu Fuß. Nach dem Namen des Erfinders wird die Laufmaschine „DRAISINE“ genannt!

 

Obwohl sich die Laufmaschine, aufgrund ihres hohen Gewichts und der negativen Handhabungs- und Bremseigenschaften, nie wirklich durchzusetzen vermag, gilt Karl Freiherr von Drais, als Erfinder des Fahrrades.

 

Diese Draisine wird oft fälschlicherweise "Laufrad" genannt! Als Laufrad galt aber zur damaligen Zeit die "Trettrommel", eine Art Hamsterrad, welches Fußarbeiter zum Betreiben von Maschinerie bewegten!

 

Das Hobby Horse

Schon 1818 baut ein Engländer, namens Denis Johnson, unter der Lizenz des Freiherrn von  Drais, die Laufmaschine aus Metall nach.  Das so genannte „HOBBY HORSE“ ist zwar etwas leichter, und findet aufgrund guter Werbung, eine etwas breitere Käuferschicht als die Draisine, wird aber im allgemeinen von der Bevölkerung auch nicht wirklich als Fortbewegungsmittel akzeptiert, da es bis auf das geringere Gewicht, die selben Nachteile wie die Draisine aufzuweisen hat.

 

 

Das Michaux-Vélozipéd

Erst als die Franzosen, Pierre und Ernest Michaux, 1861 an einem Hobby Horse, einen vom Schleifstein abgeguckten Tretkurbelantrieb ans Vorderrad montieren, und mit diesem bei der Weltausstellung in Paris 1867 große Anerkennung finden, ist das eigentliche Fahrrad geboren – das Michaux-Velociped, kurz „MICHAULINE“ genannt. Ein neuer Wirtschaftszweig, die Fahrradindustrie, entsteht.

Michaux hatte bald 500 Angestellte und fertigte 200 Einheiten pro Tag

 

(Über die Michauline gibt es eine nette "Vélocipéd Brochüre")             

 

 

Das Hochrad

Doch schon 1871 entwickelt der Engländer, James Starley, die Michauline weiter, indem er, um die Fahrgeschwindigkeit steigern zu können, das Vorderrad stark vergrößert,  und um einen leichteren Aufstieg zu ermöglichen, das Hinterrad verkleinert.

Des Komforts wegen verwendet er Vollgummi Bereifung – bis jetzt hatte man noch mit Eisen beschlagene Holzräder montiert – und macht den Stahlrahmen  dünner, leichter, und trotzdem stabil genug. Auch lösen, auf Zug ausgelegte Stahlspeichen, die Holzspeichen ab.

Das „HOCHRAD“ ist geboren!

Da die Hochräder bald Standartfahrzeuge waren, wurden sie Ordianary Bicycles, oder kurz „Ordianary“ genannt.

 

Diese Hochräder hatten, um Höchstgeschwindigkeiten erreichen zu können, einen Vorderraddurchmesser von bis zu 2,5m!

Da bei Stürzen mit einem Ordianary die Verletzungsgefahr sehr hoch war, und es nicht selten zu tödlich endenden Genickbrüchen kam, musste das Vorderrad wieder kleiner werden

 

Um 1884 baute man Hochräder mit Zahnrad- bzw. Kettenübersetzung am Vorderrad, wo bei einer Kurbelumdrehung, zwei Vorderradumdrehung ermöglicht wurden. Man konnte das Vorderrad kleiner werden lassen und den Schwerpunkt nach hinten verlegen, um so den gefürchteten Kopfstürzen ("Header" genannt) aus dem Wege zu gehen.

Die ersten solcher sicheren Hochräder hießen „KANGAROO“. Zur damaligen Zeit hatte sich auf Grund der Sicherheit, der Name „SAFETY“ durchgesetzt!

Heutzutage sagt man aber zu den ersten „Niederrädern“, die natürlich noch sicherer waren Safety!

 

 

Das Niederrad

Bald begann man mit mit dem Kettenantrieb zu experimentieren und kam drauf, das der Antrieb am Hinterrad, und das kleiner werden des Vorderrades, eine weit bessere Fahrstabilität einbringt.

Weiters konnte man die Übersetzung am Hinterrad „beliebig“ erhöhen und die Endgeschwindigkeit dadurch enorm steigern.

John Kemp Starley (ein Neffe des Hochrad Erfinders James Starley) setzte dies in die Tat um und brachte 1888 das Niederrad Modell „ROVER“ auf den Markt.

Nach einigen Spektakulären Wettfahrten, die der Rover klar für sich entschied, hatte Starley´s Rover auch bald die Begeisterung der Menschen gewonnen und die Todesstunde des Hochrades hatte geschlagen.

Nur 1 Jahr später hatte dieses Rad 90% Marktanteil. Das von Starley erfundene Rad gilt als Prototyp des modernen Fahrrades.

 

Im selben Jahr 1888 erfand John Boyd Dunlop den Luftreifen (man fuhr ja bis jetzt noch auf Vollgummireifen) und somit war die letzte Hürde zum „bequemen“ Rad gemeistert.

 

Mit der Zeit wurde noch die Rahmengeometrie verbessert und schon bald war das Rad fertig, so wie wir es kennen und zu dem wir im heutigen Sprachgebrauch „SAFETY“ sagen, der Vorgänger vom heutigen Tourenrad.