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Erste deutsche VÉLOCIPÉDE BROCHÜRE, von Hippolyt de Wesez, Wien 1869

Verlag TH. SCHÄFER HANNOVER, ISBN: 3-88746-335-8

Reprint der Originalausgabe, 1995, 77 Seiten, Hardcover, 20,5 x 14 x 1,4 cm

Einführung und Erklärung des Fahrradfahrens mit Schwerpunkt "Michauline"

(Michauline ist mehr ein Ausdruck aus der Neuzeit den "wir" erfunden haben, früher sagte man üblicherweise Michaux Velociped!)

Schön gestaltetes Buch mit "vergilbtem" Glanzpapier, vielen zeitgemäßen Fotos, Zeichnungen und Karrikaturen.

1869 wurde das Buch erstmals herausgegeben - nur 2 Exemplare sind heute noch davon erhalten. Dies hier ist ein Reprint in "lesbarer" deutscher Schrift gedruckt (keine Kurrent-Schrift), auch die deutsche Sprache ist verständlich, für die heutige Zeit aber etwas seltsam, von der Ausdrucksweise und Rechtschreibung her.

Der Autor "Hippolyt de Wesez" dürfte kein anderer sein, als das Pseudonym von Friedrich Maurer, jenem Mann, der das Fahrrad/Vélocipéde damals 1869 bei uns einführte. Somit war die Broschüre rein zu Werbezwecken gedacht, was der Autor auch selber zugibt. (Zitat von Seite 47: "Will man in diesen Zeilen Reklame finden, so hat man nicht Unrecht, wir geben es gerne zu, dass wir damit Propaganda machen wollen")

Das Buch ist inhaltsmäßig in zwei Teile aufgeteilt. Der erste, umfangreichere Teil, befasst sich mit der Erklärung des Michaux Velociped - man muß sich vorstellen, dass ein Fahrzeug wie dieses, 1869 im deutschen Reich so gut wie unbekannt ist. Selten hat jemand schon ein solches Gefährt gesehen, geschweige denn, war jemals auf einem "geritten" (wie man damals zum Radfahren sagten).

Es wird faktisch das Rad beschrieben, erklärt wie einfach das Radfahren sei und die Vorteile des Radfahrens werden aufgezählt!

zB. gibt H. Michaux einem in Cochinchina lebenden Kunden Tipps zum Radfahren!

Auszug aus dem Buch Seite 45/46:

"Ihr Vélocipéd ist eingeschifft und sie werden zufrieden sein. Da sie keinen Lehrer finden werden, habe ich ihnen zwei bewegliche Sitze machen lassen, wovon der eine so niedrig ist, dass sie mit den Füssen den Boden berühren, und dieser Sitz dient gleichsam als Schulsattel; der andere weniger gekrümmte dient für den Praktiker.

Beim Anblick des Instruments werden Sie die Ueberzeugung gewinnen, dass es sich nur um das Erhalten des Gleichgewichts und ein gewisses Selbstvertrauen handelt.

An letzterem kann es Ihnen nicht fehlen, denn bei Anwendung des Schulsattels können Sie nur auf die Füsse fallen.

Das Gleichgewicht zu erhalten ist auch eine leichte Sache, die ganz in Ihren Händen liegt, doch müssen Sie vor allem Ihr Augenmerk auf dieses richten.

So viel Vergnügen es mir gewähren würde Sie zu sehen, kann ich doch nicht nach S A I G O N reisen um Ihnen einige Lektionen zu geben, doch sende ich Ihnen einige Rathschläge.

1. Laufen Sie der Seite Ihres neuen Pferdes, das Sie an der Hand führen, um um sich mit der Bewegung vertraut zu machen, das ist das Geschäft einiger Minuten.

2. Führen sie dasselbe über eine schiefe Ebene, damit es sich von selbst fortbewege, besteigen sie es, indem sie ihre Füsse balanciren lassen und beschäftigen Sie sich nur mit dem Steuer, das eine wahre Balancirstange ist, und das Gleichgewicht sogleich herstellt.

3. Haben sich Ihre Hände an das Steuer gewöhnt, und halten Sie das Gleichgewicht, so versuchen Sie  zuerst einen Fuss au das Pedale zu legen, und folgen Sie der Bewegung oghne dazu beizutragen. Suchen Sie dann ein ebenes Terrain auf, bewirken Sie selbst die Bewegung und Sie werden die Vélocipéde-Schule ohne Sturz durchgemacht haben.

Ich kann Ihnen die Versicherung geben, dass Sie, so wie alle, welche dieses Instrument kennen, dafür leidenschaftlich eingenommen sein werden."

 Der zweite Teil befasst sich mit (mehr oder weniger lustigen) Kurzgeschichten übers Fahrrad!

 

 

Auszüge aus dem Buch

      Seite 45                          Seite 21                  aus dem Vorwort                  Seite 68

 

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